| Landessprache | türkisch |
| Fläche der Türkei | 779 000m2 |
| Einwohnerzahl | 66 229 000 |
| Bevölkerungsdichte | 85 Einwohner je km2 |
| Landeswährung | Türkische Lira (TL) |
| Die
Republik Türkei, die sich am Knotenpunkt der Kontinente Asien, Europa
und Afrika befindet, ist im Osten mit Georgien, Armenien, Nachitschevan und dem Iran, im Westen mit Bulgarien und Griechenland und im Süden mit
Syrien und dem Irak benachbart. Diese Landesgrenzen wurden zum Großteil
in Abkommen nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches festgelegt. Die Türkei
ist auf Grund ihrer Lage eine Brücke, mit der sich die alte asiatische
türkische Kultur nach Europa erstreckt und die ein Fenster des Westens
zum Osten ist. Die Küsten der an drei Seiten von Meeren (Mittelmeer,
Schwarzes Meer und Agais) umgebenen Türkei machen letztere nicht allein
mit den nahegelegenen Ländern, sondern mit der ganzen Welt zum Nachbarn.
Wegen ihrer langen Küsten und ihrer Brückenrolle zwischen den
Kontinenten war die Türkei stets Zentrum von Handelsstraßen und
Wanderungsrouten. Vielleicht auch aus diesem Grund ist die Türkei
Mitglied der NATO und spielt bei dem Ausbau der wirtschaftlichen
Kooperation unter den islamischen Ländern eine aktive Rolle. Die
Republik Türkei hat eine Fläche
von 814.578 km².
3% der Landesterritorien liegen auf dem europäischen
Kontinent; das betreffende Gebiet wird "Thrazien" genannt. Der
auf dem asiatischen Kontinent liegende 97prozentige Teil wird allgemein
"Anatolien" genannt. Die einem Viereck ähnelnde
Türkei ist 550 km breit und 1500 km lang. Den östlichsten Punkt bildet
die Kreuzung der türkischen mit der iranischen und nachitschevanischen
Grenze. Die westlichste Stelle dagegen ist das Avlaka
Kap
auf der Insel Gökçeada. Im Norden bildet das Ýnceburun
Kap
im Bezirk Sinop und im Süden das Dorf Beysun in Hatay die am
entferntesten liegenden Orte. Die Meeresgrenzen haben eine Länge
von 8.333 km, die territorialen Grenzen dagegen sind 2.875 km lang. Die
Türkei verfügt unter ihren Nachbarn über die größte
Fläche
mit Ausnahme des Iran. Die Einwohnerzahl der Türkei beträgt
rund 68 Millionen (2000). Sie wird
2010 schätzungsweise bei rund
74 Millionen liegen. Die Bevölkerungsdichte weist in der Türkei
je nach Region Unterschiede auf. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt
in den Küstenregionen. Die inneren Landesteile haben dagegen eine
niedrigere Bevölkerungsdichte. Ab den 50er Jahren wurde des Bevölkerungswachstum
nicht mehr gefordert, sondern die Familienplanung durchgeführt.
Die Landschaft
Die
wichtigsten Bergketten der Türkei erstrecken sich im Norden und Süden
mehrheitlich parallel zur Küste und machen breite Bogen. Die Bergketten
im Norden sind die Nordanatolischen Berge und im Süden das
Taurusgebirge. Diese Bergketten sind durch weite Ebenen in
Zentralanatolien voneinander getrennt. Sie
werden
im Osten des Landes dichter und ragen höher
in den Himmel empor. Im Westen dagegen sind die Berge weniger hoch. Im
Ägäischen
Gebiet und in der Marmararegion gibt es keine Bergketten, hier herrschen
Becken vor. Genau wie in den mittleren Landesteilen bedecken auch das südostanatolische
Gebiet weite Ebenen, aber auch die Ausläufer des Taurusgebirges. Die
höchste Stelle der Nordanatolischen Berge im Schwarzmeergebiet ist die
Kaçkar Spitze, gefolgt von den Bergen Ilgaz und Köroðlu. Die Ebenen
von Bafra, Çarsamba und Merzifon bilden für die Landwirtschaft
geeignete Flächen.
Im Marmaragebiet befinden sich die Samanlý Berge, der Uludað Berg, die
Istranca Berge und der Tekirdað Berg. Die wichtigsten Berge des Ägäischen
Gebiets sind Kozak, Yunt und Aydýn.
Die Ebenen von Bakýrçay,
Gediz, Büyük
und Küçük
Menderes machen die tief gelegenen Teile aus. Das Taurusgebirge
erstreckt sich die Mittelmeerkuste entlang. Die wichtigsten Berge in
Zentralanatolien sind Kýzýldað,
Hasan Daðý,
und die Berge Ýdris,
Elma und Ayas. Der höchste
Berg der Türkei, der Büyük
Aðrý
Daðý
(Ararat) mit 5.137m Höhe
sowie der nahegelegene Süphan
Berg, ein alter Vulkan, liegen in Ostanatolien. Die Berge Karacadað,
Raman und Sof sind wichtige Berge Südostanatoliens.
Die
Türkei ist reich an Flüssen. Mehrere Flüsse werden für
die Energiegewinnung genutzt. Die Flüsse münden
mehrheitlich in die Meere, die die Türkei umgeben. Ein kleiner Teil
jedoch mündet
in andere Meere, nachdem die betreffenden Flüsse die türkischen
Territorien verlassen haben. Die wichtigsten Flüsse Ostanatoliens,
Euphrat und Tigris münden
in den persischen Golf und der Aras in das Kaspische Meer, die Flüsse
Yesilirmak, Kýzýlýrmak
und Sakarya aus Zentralanatolien in das Schwarze Meer, die Flüsse
Susurluk, Biga und Gönen im Westen in das Marmarameer, und die Flüsse
Gediz, Büyük Menderes und Küçük Menderes in die Ägäis.
Die wichtigsten in das Mittelmeer mündende
Flüsse sind Seyhan, Ceyhan und Göksu sowie die Bäche
Dalaman und Esen. Der langste Fluss
innerhalb der türkischen Territorien ist der Kýzýlýrmak
(1.355 km). Die
Seen in der Türkei machen insgesamt eine 9200 km²
große Fläche
aus. Besonders Ostanatolien ist reich an Seen. Der größte
See der Türkei, der Van
See
(3713 km²),
sowie die Seen Ercek, Çýldýr
und Hazar liegen in diesem Gebiet. Der Van
See
ist in einer Senkung entstanden. Die vom Nemrut
Berg
ausgeströmte
Lava bildete eine Sperre vor dem See. Im sogenannten
"Seengebiet" im westlichen Taurusgebirge gibt es mehrere Seen,
wie die Seen Beysehir und Eðridir
sowie Burdur und dem See Acýgöl
mit bitterem Wassergeschmack. Die Seen um das Marmarameer sind Sapanca, Ýznik,
Ulubat, Manyas, Terkos, Küçükçekmece
und Büyükçekmece.
Die großten Seen Zentralanatoliens, der Tuzgölü
(Salzsee), der mit seiner 1500 km²
großen Flache der zweitgrößte
See der Türkei ist, sowie die Seen Akþehir
und Eber sind sehr seicht und salzig. Die Süßwasserseen
werden zur Bewässerung
und mehrere Seen zur Fischzucht genutzt. Auf dem Van
See
gibt es Fähren.
Ferner gibt es in der Türkei, wo in den letzten 30 Jahren viele Staudämme
gebaut wurden, sehr große Talsperren. Obwohl
das Land in der Mitte von Erdmassen liegt, ist es über Wasserstraßen
mit den großen Ozeanen verbunden, da es an drei Seiten von Meeren
umgeben ist. Das Marmarameer und die Meerengen sind ebenfalls sehr
wichtige Wasserstraßen, die das Tor des Schwarzen Meeres zur Außenwelt
bilden. Das gänzlich
innerhalb der türkischen Grenzen liegende Marmarameer ist über den
Bosporus mit dem Schwarzen Meer und über die Dardanellen mit der Ägäis
und dem Mittelmeer verbunden. Besonders die ägäische
und die westliche Mittelmeerküste
der Türkei ist stark strukturiert, weshalb sich hier auch mehrere Golfs
befinden. Diese Eigenschaft der Küsten
laßt im Osten des Mittelmeeres nach. Das Klima
Geographische Gebiete Wahrend
des 1. Geographischen Kongresses, der 1941 in Ankara zusammentrat, wurde
als das Ergebnis langer Arbeiten die Türkei in sieben geographische
Gebiete eingeteilt. Bei dem EntschluSS
des Kongresses wurden verschiedene Eigenschaften, wie zum Beispiel das
Umgebensein der Türkei an drei Seiten von Meeren, die parallelen
Gebirgsketten entlang der langen Küsten,
die hohen Berge, die klimatischen Unterschiede zwischen der Küste
und den inneren Landesteilen, die Flora, landwirtschaftliche
Unterschiede, die Verkehrsinfrastruktur und Wohnungstypen in Betracht
gezogen. In diesem Rahmen wurde die Türkei in vier Küstenregionen
und in drei innere Gebiete eingeteilt. Die vier Kustenregionen wurden
nach dem Meer benannt, an das sie jeweilig grenzen (Schwarzmeerregion,
Marmararegion, Ägäisches
Gebiet und Mittelmeerregion). Die übrigen
drei Regionen im Inneren des Landes wurden je nach ihrer Lage in
Anatolien benannt (Zentralanatolien, Ostanatolien und Südostanatolien). Die
Türkei befindet sich über einem der größten Erdbebengürtel
der Welt, dem von den Alpen bis zum Himalaya reichenden Erdbebengürtel.
In der Türkei befinden sich eine Reihe von aktiven Gesteinsspalten, von
denen die in ihrer ganzen Länge
sich in der Türkei befindliche Nord-Anatolische Verwerfung an erster
Stelle zu nennen ist. Seit dem Erdbeben in Erzincan 1939 bewegen sich
die Risse in einer geraden Linie von Osten nach Westen, was 7 weitere
große Erdbeben zur Folge hatte. Die Erdbeben von Marmara und Düzce vom
17. August und 12. November 1999 geschahen im östlichen Marmara-Abschnitt
der Nord-Anatolischen Verwerfung. Als Folge dieser Erdbeben, die ein
weites sehr dicht besiedeltes Gebiet heimsuchten, verloren über 18.000
Menschen ihr Leben; die Wohnungen von über 100.000 Menschen wurden
zerstört oder unbewohnbar. Dieses
als "Jahrhundertkatastrophe" apostrophierte Erdbeben mit der
Stärke 7.4 auf
der Richter-Skala war
nach dem Erdbeben von 1939 das größte Erdbeben der Türkei. Die
Bevölkerung Dem
Ergebnis der allgemeinen Volkszahlungsfeststellung von 2000 nach beträgt
die Bevölkerungszahl der Türkei 67,844 Millionen. Ungeachtet der
anhaltenden Unter schiede zwischen Regionen wurde parallel zur Senkung
der Geburtsrate auch ein Rückgang
in der Bevölkerungs wachstumsrate verzeichnet. Die durchschnittliche jährliche
Bevölkerungswachstumsrate betrug zwischen 1990 und
2000 18,3%o. Eine der wichtigsten Eigenschaften der türkischen
Bevölkerung ist, daß sie ziemlich jung ist. Der Anteil der Personen
bis zum Alter von 30 Jahren an der gesamten Bevölkerung macht einen
sehr großen Teil aus. Die
Türkei gehört
zu den Ländern
der Welt, in denen eine sehr rasche Verstädterung
verzeichnet wird. Die Einwanderung aus den ländlichen
Teilen in die Großstädte
halt an; die Einwohnerzahl der Städte
steigt ständig.
Trotz der Dämpfung
der Geburtenraten hat die Auswanderung nicht an Geschwindigkeit
verloren. Besonders in den Großstädten
und Industriegebieten herrscht eine große Bevölkerungsdichte.
Provinzen wie Ýstanbul,
Ankara, Ýzmir,
Adana, Kocaeli, Bursa, Antalya und Gaziantep sind als Industrie oder
Handelszentren dicht bewohnt. Die
auf Landflucht zuruckzuführende
rasche Verstädterung
erhöht
auf einer Seite die Zahl der Großstädte
und führt
auf der anderen Seite zu ernsthaften Problemen bei der Verstädterung
in den Metropolen. Nach den Ergebnissen der Volkszählung
von 1990 fallen 103 Manner auf 100 Frauen. Ab den 50er Jahren ging die
Zahl der jungen Erwachsenen in den ländlichen
Teilen wegen der raschen Verstädterung
zurück. Die
Bevölkerung in der Türkei ist je nach den geographischen Regionen
unterschiedlich verteilt. Zwischen 1975 und 1990 stieg die Bevölkerungszahl
in den westlichen und südlichen
Teilen des Landes an, während
in den mittleren, nördlichen
und östlichen
Teilen ein Rückgang
verzeichnet wurde. Die unterschiedliche Verteilung der Bevölkerung in
den verschiedenen Regionen ist auf die Auswanderung von den östlichen
und nördlichen
Gebieten in die Metropolen im Westen und Süden
des Landes zuruckzuführen.
Die höchste
Bevölkerungsdichte herrscht im Marmaragebiet, dem entwickeltesten
Handels und Industriegebiet. Die Bevölkerungsdichte nimmt auch entlang
der Flüsse sowie auf den fruchtbaren Ebenen zu. Die
Bevölkerung der Türkei ist davon beeinflusst
worden, daß Anatolien im Laufe der Geschichte eine Transitroute war.
Viele Zivilisationen wurden auf diesem Boden gegründet;
mehrere Völker
verschiedener Abstammung wählten
zu verschiedenen Zeiten Anatolien als Heimat. In der Republikszeit wurde
dieser aus der Vergangenheit kommende Trend einheitlich fortgesetzt. Die Sprache
Die
Türken haben seit dem 8. Jahrhundert verschiedene Schriftarten benutzt.
Aber am meisten wurden das Goktürk uigurische, arabische und
lateinische Alphabet verwendet. Nachdem die Republik Türkei gegründet
und die nationale Einheit gewährleistet
wurde, hat man sich besonders zwischen 1923 und 1928 auf die Lösung des
Alphabet-Problems in der Türkei konzentriert. Der Gründer
der Republik Türkei Mustafa Kemal Atatürk, der die Nutzung der
westlichen Kultur als Bedingung für
das Erreichen zeitgenössischer
Standards betrachtete, führte
1928 anstelle des arabischen Alphabets das lateinische Alphabet ein, das
der türkischen Sprache besser entsprach. Die Sprachreform hielt mit der Gründung der Türkischen Sprachkommission 1932 durch Atatürk an. Die Aktivitäten dieser Anstalt, die später in "Türkische Sprachgesellschaft" umbenannt wurde, führten zu positiven Ergebnissen. Es wurden wichtige Schritte bei der Ersetzung von arabischen und persischen Wörtern durch türkische Wörter unternommen. Die Türkische Sprachgesellschaft arbeitet heute im Rahmen des 1983 gegrundeten "Hohen Rats fur Kultur, Sprache und Geschichte" unter neuen Vorschriften. Die Ersetzung ausländischer Worter durch türkische Elemente und die Bereicherung und Verschönerung der Sprache gehoren zu den Aufgaben dieser Anstalt. Das wichtigste Ergebnis der bislang durchgeführten Arbeiten zur türkischen Sprache ist, dass die Verwendung von türkischen Wörtern in der schriftlichen Sprache bis auf 75 bis 80% gestiegen ist, während dieser Anteil 1932 35 bis 40% betrug. Dies ist der beste Beweis dafur, dass die von Atatürk eingeleitete Sprachreform vom Volk akzeptiert worden ist
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